Haushaltsbudget aufteilen: Wofür ist das Geld eigentlich gedacht?
Kennt ihr das? Am Konto liegt Geld und im Kopf geht sofort die Rechnung los: Da müsste sich doch noch was ausgehen. Urlaub vielleicht. Oder etwas fürs Haus. Oder man gönnt sich einfach einmal was, weil man eh ständig nur spart.
Und dann kommt der Geschirrspüler. Oder die Pellets. Oder irgendeine Rechnung, die offenbar genau dann auftaucht, wenn man gerade überlegt hat, was man sich Schönes kaufen könnte.
Genau deshalb wollten wir unser Haushaltsbudget besser aufteilen. Nicht, weil wir plötzlich alle Finanzprofis geworden sind. Sondern weil ich gern weiß: Ist das Geld frei verfügbar – oder hat es schon einen anderen Auftrag?
Unsere Lösung ist ein 4-Konten-Modell. Jedes Konto hat bei uns eine eigene Aufgabe: Urlaub, Rücklagen fürs Haus, Notgroschen und Spaß. Andere machen ein 5-Konten-Modell oder teilen ihr Geld noch feiner auf. Das kann genauso gut passen. Für uns sind vier Bereiche übersichtlich und alltagstauglich.
Urlaubskonto: rund 9 Prozent für die Vorfreude
Auf unser Urlaubskonto kommen monatlich rund 9 Prozent unseres Haushaltsnettoeinkommens. Dieses Geld ist für Urlaube und Ausflüge gedacht.
Das Schöne daran: Wenn wir etwas planen, muss ich nicht jedes Mal überlegen, ob wir uns das „eigentlich leisten dürfen“. Das Geld hat von Anfang an genau diesen Zweck.
Und seien wir ehrlich: Ein Urlaub fühlt sich gleich noch einmal besser an, wenn man danach nicht drei Monate lang beim Anblick des Kontostands leise rückwärts aus dem Raum geht.
Rücklagen fürs Haus: ebenfalls rund 9 Prozent
Für unser Haus legen wir ebenfalls rund 9 Prozent zurück. Das ist kein Konto, das große Glücksgefühle auslöst. Man schaut nicht drauf und denkt: Juhu, noch mehr Geld für Reparaturen!
Aber Pellets, Reparaturen oder Geräte, die nach vielen treuen Jahren plötzlich ein neues Leben beginnen wollen, warten leider nicht darauf, bis es finanziell gerade perfekt passt. Rücklagen fürs Haus machen solche Ausgaben nicht lustig. Aber sie kommen weniger überraschend.
Notgroschen: rund 5 Prozent für das echte „Oje“
Der Notgroschen bekommt bei uns rund 5 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens. Unser Ziel sind 10.000 Euro.
Das Geld liegt hoffentlich möglichst langweilig herum. Es muss keine Renditeparty feiern und uns auch nicht auf Instagram beeindrucken. Es soll einfach da sein, wenn etwas Ungeplantes passiert.
Der Notgroschen ist für Situationen, bei denen man nicht sagt: „Das haben wir eh eingeplant.“ Sondern eher: „Na super. Das hat uns jetzt gerade noch gefehlt.“
Spaßkonto: rund 7 Prozent für Hobbys und schöne Dinge
Für unser Spaßkonto sind rund 7 Prozent vorgesehen. Und „Spaß“ heißt bei uns nicht automatisch Shopping oder irgendein Luxus, den man nach drei Tagen vergessen hat. Das Konto ist auch für unsere Hobbys da – zum Beispiel fürs Radfahren und Laufen.
Denn Hobbys kosten manchmal Geld. Und ich möchte nicht jedes Mal ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn ich etwas dafür brauche. Wenn wir dafür bewusst Geld einplanen, darf es auch genau dafür verwendet werden.
Sonst wird aus dem Spaßkonto noch ein „Wir sparen alles, aber dürfen uns nichts leisten“-Konto. Und das wäre ungefähr so lustig wie ein Laufschuh mit eingebautem Finanzberater.
Unsere 5er-Kassa: Kleingeld für den Städtetrip
Zusätzlich zu den vier Konten haben wir noch unsere ganz eigene Sparmethode: Jeder 5-Euro-Schein kommt auf die Seite.
Wenn ein Fünfer bei uns im Geldbörsel landet, nehmen wir ihn mit nach Hause und legen ihn in die 5er-Kassa. Das ist unser Trantscherl-Geld für den jährlichen Städtetrip.
Keine komplizierte Finanzstrategie, kein ausgeklügeltes Excel. Einfach Fünfer sammeln. Und irgendwann wird aus lauter kleinen Scheinen ein gemeinsamer Ausflug.
Ich mag das, weil man richtig sieht, wie sich etwas ansammelt. Der Fünfer kommt mit nach Hause und wandert in die Kassa. Dort spart er schon für den Städtetrip.
Was bringt das 4-Konten-Modell?
Unsere vier Konten bekommen zusammen rund 30 Prozent unseres monatlichen Haushaltsnettoeinkommens: etwa 9 Prozent für Urlaub, 9 Prozent fürs Haus, 5 Prozent für den Notgroschen und 7 Prozent fürs Spaßkonto. Das sind bewusst gerundete Richtwerte.
Unsere ETF-Sparpläne laufen zusätzlich und gehören nicht zu diesen vier Konten. Auch dieses Geld hat bei uns einen eigenen, langfristigen Auftrag.
Natürlich macht so eine Aufteilung nicht automatisch mehr Geld. Aber sie hilft uns, den Überblick zu behalten und nicht jedes Mal neu zu rätseln, wofür ein bestimmter Betrag eigentlich gedacht war.
Für uns passt das 4-Konten-Modell. Vielleicht sind es bei euch fünf Konten, vielleicht nur zwei. Entscheidend ist ja nicht, wie viele Konten man hat – sondern ob man im Alltag weiß, was das eigene Geld gerade für einen erledigt.
Wie teilt ihr euer Haushaltsbudget auf? Habt ihr ein Kontenmodell – oder auch eine kleine Spartradition wie unsere 5er-Kassa?
